Die Angelei mit Softjerkbaits auf Hecht scheint schon auf den ersten Blick reizvoll. Kaum ein Fisch sucht sich seine Standplätze so konsequent in Wasserpflanzen und anderen Hindernissen. Es gibt zwar Gewässer mit großen Freiwasserhechten, aber trotzdem vermutet der Angler diesen Fisch nicht zu Unrecht oft in den am schwersten zugänglichen Ecken des Gewässers. Hier können Softjerks ihren großen Vorteil ausspielen, die „krautfreie“ Montage an Offsethaken.
Also alles ganz einfach? Eigentlich schon. Geeignete Köder sind mindestens 10 cm lang, besser noch ein bisschen mehr. Nach oben gibt es eigentlich keine richtige Grenze, wenn Hechte Hunger haben, gibt es keine zu großen Köder. Natürlich werden noch die passenden Haken benötigt, entweder mit festem Blei oder mit austauschbaren Belly-Weights. Ein bissfestes Vorfach ist absolut notwendig, bei uns hat sich Titanium bestens bewährt. Rute, Rolle und Schnur müssen den Köder werfen und den Fisch bewältigen können, übertrieben harte Prügel wie beim normalen Jerken sind fehl am Platze. Informationen zur Montage finden sich HIER .
Die Köderführung ist einfach. Softjerkbaits werden mehr gezupft als geschlagen, Pausen bringen Abwechselung in den Köderlauf. Also einwerfen, kurz absinken lassen, zwei, drei Zupfer, warten, zupfen…nicht kompliziert und in zehn Minuten zu lernen. Am besten testet man die Köderführung in Sichtweite, wenn der Köder wie ein verletztes Fischen aussieht ist alles richtig. Die Bisse sind in der Regel kompromisslos und hart, Unklarheiten wie beim Barschangeln entstehen eher selten. Oft kann der Angler die Attacken sehen, das macht diese Angelmethode so spektakulär und reizvoll.
An dieser Stelle sollte eigentlich der Teil mit dem Drill und der Landung kommen, stattdessen gibt es das erste aber. Wir hatten anfangs oft das Problem, dass viele Bisse nicht verwertet wurden. Das kann immer vorkommen, aber der Anteil von Fehlbissen war deutlich zu hoch. Wir haben uns ziemlich lange mit diesem Problem beschäftigt und glauben, dass es am Hechtschnabel liegt. Die Fische schnappen sich den Köder und klemmen ihn zwischen den mit Zähnen besetzten Kiefern ein.
Ein normaler Anschlag bewegt den Köder nach unseren Beobachtungen in einem Hechtschnabel nicht nennenswert, eher bewegt sich noch der Fisch im Wasser. Dazu kommt noch, dass vor allem hochrückige Köder zwischen den Kiefern „umgelegt“ werden und damit seitlich eingeklemmt sind. Der Haken liegt dann ebenfalls seitlich im Maul und wenn der Fisch den Köder los lässt, rutscht der Haken in den meisten Fällen einfach hinaus.
Was also tun? Wir haben einige Lösungsansätze gefunden, die unsere Trefferquote deutlich erhöht haben. Fehlbisse kommen immer noch vor, aber dieser Nachteil wird meiner Meinung nach dadurch wettgemacht, dass an Stellen gefischt werden kann, die sonst nicht sinnvoll zu beangeln sind. Dazu kommt, dass Fehlbisse oft von erstaunlich kleinen Hechten verursacht werden, die einfach nicht in der Lage sind, den Köder ganz zu „verhaften“. Damit Softjerken auf Hechte nicht zum Frusterlebnis wird, hier ein paar Punkte, die meiner Meinung nach die Erfolgsquote deutlich erhöhen:
Zusatzdrilling
Am Köder wird ein Zusatzdrilling befestigt, entweder direkt am Offsethaken oder an einem kurzen Vorfach, ähnlich wie beim herkömmlichen Gummifischangeln. Der freie Haken sorgt dafür, dass deutlich mehr Fische gehakt werden können, hat aber auch einen großen Nachteil. Die Montage ist in keinster Weise mehr „krautfrei“ zu fischen. Würfe in Wasserpflanzen oder Äste führen unweigerlich zu Hängern oder aufgesammeltem Gemüse. Fazit: Im Freiwasser einen Versuch wert, sonst nicht.
Gib ihm!
Der Anschlag darf nicht zu zögerlich ausfallen, außerdem muss der Angler in der Anfangsphase des Drills ordentlich Druck machen. Klingt banal, aber ich hatte da durchaus schon meine Probleme. Der Hintergrund ist, dass Köder und Haken im Hechtschnabel bewegt werden müssen und das gelingt nur, wenn etwas Kraft in die Aktion gelegt wird. Das Gerät muss das aushalten, aber es hilft.
Große Haken
Kleine Offset-Haken verursachen deutlich mehr Fehlbisse als Haken, die auf den ersten Blick zu groß erscheinen. Viel Haken findet leichter Halt, so einfach scheint es zu sein. Alles, was gerade noch so in den Köder passt, ist genau richtig. In der Regel ist Hakengröße 5/0 eine gute Wahl.
Flache und breite Köder
Wir haben gute Erfahrungen mit sehr breiten Ködern gemacht, namentlich dem SIZMIC Toad. Wird der Köder mit seiner breitesten Seite eingeklemmt , sorgt diese Form dafür, das der Haken im Fischmaul aufrecht steht, der Haken kann beim Anschlag so am besten greifen.
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