Welcher Meeresangler kennt nicht das Problem, dass der Drilling vom Pilker bereits nach dem ersten Ablassen voll Kraut ist. Dann heißt es, das ganze Gerödel wieder hochkurbeln, Kraut abpuhlen und hoffen, dass man nicht gleich wieder den nächsten Krautbatzen abgreift. Dabei stehen gerade im Frühjahr und Herbst viele schöne Dorsche relativ flach mitten im Kraut und Tang, um sich dort an den reichlich vorhandenen Krebsen und anderem Getier satt zu fressen. Dabei kriegen diese 'Tangdorsche' mit der Zeit eine schöne rot-braune Färbung.
Um auch im Kraut erfolgreich zu sein, braucht man eine Montage die weedless (engl. krautfrei) zu fischen ist. Hier drängte sich uns die auf Zander bewährte Drop-Shot-XXL-Methode geradezu auf. Gefischt wird mit Gummifischen wie dem 7“ Fin-S Fish (Farbtip: Green Shad Flash!), 7.5“ Slug-Go oder dem 7“ HellGies an einem 5/0er WideGap- oder Triangle WideGap-Haken. Als Vorfach nehmen wir Fluorocarbon mit mindestens 15 lb. Tragkraft. Für Wassertiefen bis 10 Meter bei mäßiger Drift kommt man mit Drop Shot Weights von 28 Gramm sehr gut klar. Wenn man tiefer runter will oder die Drift zu stark ist, kann man auf entsprechend schwere Birnenbleie oder Pilker ohne Haken zurückgreifen. Der Abstand vom Blei zum Haken passt man der Krauthöhe an – im Schnitt kommt man aber mit 50 cm gut klar. Wenn der Drop Shot Köder knapp über dem Kraut geführt wird, gibt es erfahrungsgemäß die meisten Bisse.
Die Dorsche scheinen oftmals im Kraut zu stehen und sobald sich ein Fischchen aus der Deckung wagt, hat es verloren. Man sollte den Köder auch ruhig mal 1 -1,5 Meter über Grund anbieten. Die Dorsche können den (möglichst dunkel gewählten) Gummiköder sehr gut gegen die Wasseroberfläche erkennen und setzen gerne mal einen kleinen Zwischenspurt vom Grund ein, um sich die vermeintlich leichte Beute zu schnappen. Die Bisse kommen meistens recht hart und die Dorsche haken sich zu 95% selber. Der WideGap-Haken sitzt dabei sicher im Maulwinkel, so dass man im Drill nahezu keine Aussteiger hat.
Die Führung ist relativ einfach. Man wirft die Drop-Shot-Montage aus, lässt sie absinken und führt sie langsam zu sich heran. Viel besser ist es jedoch, das Drop Shot Rig in der Abdrift zu führen. Die Montage wird zum Grund gelassen und nun hält man mit dem Drop-Shot-Blei einfach Grundkontakt, lässt die Schnur ab & zu mal locker und haucht dem Gummifisch mit kleinen Zupfern Leben ein. So bleibt der Drop-Shot-Köder ständig in Grundnähe und imitiert einen angeschlagenen Fisch. Kommt man damit einem Dorsch-Schwarm zu nahe, gibt es sehr schnell den ersehnten Schlag in der Rute und der Drill kann beginnen!
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