Das Drop-Shot-Rig wird beim Angeln auf Schwarzbarsche meist von Boot gefischt. Funktioniert das auch bei uns auf die einheimischen Raubfische? Eindeutig ja, und zwar ziemlich gut, dass ist unsere Erfahrung in den letzen Jahren gewesen. Vor allem für die Anglei auf Barsche und Zander ist diese Methode eine sichere Bank, aber tasächlich sorgten auch zahlreiche Hechte für eine gewichtige Überraschung.
Wird das Drop-Shot-Rig vom Boot aus eingesetzt, bedeutet das in der Regel, dass mehr oder weniger vertikal unter dem Boot geangelt wird. Vertikal meint, dass die Schnur senkrecht oder in einem leichten Winkel ins Wasser zeigt, selbst wenn vom Boot kurze Würfe gemacht werden. Diese Art der Köderpräsentation wird wohl am häufigsten vom Boot eingesetzt, ist aber auch an Spundwänden oder Stegen problemlos möglich, die dazu getätigten Aussagen lassen sich durchaus übertragen.
Die Montage muss ins Wasser, da haben es Bootsangler besonders einfach. Sie wird in der Regel einfach neben dem Boot zum Grund gelassen, wenn das Drop-Shot-Rig anstelle eines Jigs zum klassischen Vertikalangeln eingesetzt wird Das Boot mit E-Motor macht Strecke, während die Montage unter dem Boot bleibt. Alternativ kann man die Montage auch sehr erfolgreich vom Boot werfend einsetzen und so eine größere Wasserfläche absuchen. Aber der Regelfall ist doch eher das Vertikalangeln.
Ist der Köder am Grund, wird die Schnur gestrafft. Die Rute halte ich meist eher parallel zum Wasser, so dass ich die Schnur und die Rutenspitze beobachten kann und der Wind möglichst wenig Angriffsfläche hat Die Entfernung zwischen Angler und Köder ist sehr klein, auch kleinste Bewegungen der Rutenspitze kommen beim Köder an. Deswegen gilt: Weniger ist oft mehr!
Während das Boot also langsam über die Angelstelle fährt oder langsam Schnur eingeholt wird, hüpft das Blei über die Unebenheiten am Grund. Diese leichten Bewegungen reichen eigentlich schon, um den Köder zum Leben zu erwecken. Zusätzlich zupfe ich mit einigen Sekunden Abstand aus dem Handgelenk, wobei wenige Zentimeter ausreichen. Ab und zu kann / darf der Köder frei absinken, indem die Rutenspitze in Richtung des Köders geführt wird und so die Schnurspannung gelockert wird. Das klingt banal und ist es auch, aber mehr steckt eigentlich nicht dahinter.
Das Blei bleibt während des Angelns im Gegensatz zum Jiggen mit Bleiköpfen die ganze Zeit über möglichst am Gewässergrund. Berührt das Blei nicht regelmäßig den Grund, ist entweder die Köderführung zu schnell oder das Blei zu leicht. Im Stillwasser werden je nach Wassertiefe 7 bis 15 Gramm verwendet, wobei als Faustregel gelten kann: Bis 3 Meter 7g, 3 - 6 Meter 10g, bis 10 Meter 15g, tiefer fischen wir aus Prinzip nicht. Dies können nur grobe Richtwerte sein, weil z.B. eine dickere Schnur durch ihren Wasserwiderstand höhere Gewichte notwendig machen kann. Im Zweifelsfall sollte man lieber ein paar Gramm mehr nehmen. Da das Blei nicht am Köder hängt, ist es für die Fische absolut egal, ob das Gewicht etwas zu hoch ist. Das ist ein eindeutiger Vorteil gegenüber der Angelei mit Jigs.
Die verwendeten Ruten sind kurz, um die zwei Meter ist genau richtig. Das Wurfgewicht und damit die Stärke der Ruten richtet sich vor allem nach den verwendeten Bleigewichten und Ködern, die Montage sollte sich mit der Rute ohne Mühe werfen und bewegen lassen. Auf der Rolle ist eigentlich immer Geflecht, weil ich den direkten Kontakt mag und nicht glaube, dass es die Fische stört. Die Montage ist normalerweise eine einfach gehaltene Standardmontage, in Gewässern mit nennenswertem Hechtbestand mit Stahl oder Titanium und wird mit einem Knotenlosverbinder an der Hauptschnur angeknüpft. Der Abstand zwischen Blei und Köder liegt um die 40 oder 50 cm, das hat sich bewährt und funktioniert eigentlich immer.
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