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Drop Shot am Bach

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Schöne Bachforelle am Drop Shot Rig gefangenDie Idee, mit dem Drop-Shot-Rig auf Forellen zu fischen, ist irgendwann auf der Rückfahrt von einer eher mittelmäßigen Barschtour entstanden. Irgendwie stand ich dann am Wasser, hatte nur die Drop-Shot-Köder dabei und musste das Beste aus der Situation machen...

 

 

Der kleine Fin-S Fish ist ein TopköderDas Gewässer ist ein mittelgroßer Bach, der Fischbestand besteht hauptsächlich aus Forellen und Döbeln, die hier auf Grund des Befischungsdrucks meist recht klein sind. Meine Befürchtung war, dass der auf dem Vorfach fixierte Einzelhaken zu vielen Fehlbissen führen würde, denn das passiert sogar bei Ködern mit Drillingen recht häufig beim Forellenfischen. 

Es dauerte tatsächlich keine Minute, bis die erste, zugegebenermaßen kleine, Forelle am Haken hing. Ich hatte einen 4er Einzelhaken mittels Palomarknoten in ein Stück 26er Fluorocarbon gebunden und als Gewicht ein kleines Drop-Shot-Blei ca. 40 cm unterhalb des Köders befestigt. Die Montage hatte ich mit einem Unterhandwurf schräg stromab im Auslauf einer Rausche platziert. Ein paar kleine Zupfer mit der Rutenspitze sollten dem kleinen 2.5" Fin-S Fish Leben einhauchen. Die Strömung drückte die Montage dabei in meine Richtung ans Ufer und als der Köder einen größeren Steinblock im Bach passierte, schnappte sich die Forelle den Köder.

Der Hellgie am Drop Shot Rig hat einen kapitalen Döbel verführtIch war begeistert von der Methode: Erster Wurf, gleich ein Fisch und dann auch noch super in der Lippe gehakt, zurücksetzen kein Problem. Meine Glückssträhne hielt noch genau drei Bisse und gelandete Forellen lang an. Dann klebte auf ein Mal das Pech an meinen Händen, oder genauer, an meinem Haken. Es gab weiterhin Bisse, erstaunlich viele sogar, aber entweder die Fische blieben überhaupt nicht hängen oder verabschiedeten sich nach einer Sekunde, oft mit einer akrobatischen Einlage verbunden. Ich versuchte alles: Den Haken austauschen, einen anderen Köder, schnell und kräftig anschlagen, einen Augenblick warten wie beim Barschangeln – es nützte nichts.
Nach zehn Bissen und lediglich einer gefangenen Miniforelle machte ich erstmal Pause und versuchte, dem Problem auf die Spur zu kommen. Was war passiert?

Retour...Nach einiger Zeit dämmerte es: Ich hatte versucht, den Köder stromab zu führen. Diese Technik hatte mit kleinen Wobblern oder Spinnern immer gut funktioniert, da sie offenbar den Jagdreflex der Forellen anspricht. Die Forellen stehen mit dem Kopf voran in der Strömung. Der Köder taucht nur kurz in ihrem Gesichtsfeld auf, sie jagen dem Köder hinterher und schlagen zu. An Wobblern und Spinnern bildet aber der hintere Haken immer eine Linie mit der Zugrichtung, dadurch bleiben von hinten angreifende Fische oft hängen. Das Drop-Shot-Rig verhält sich in der starken Strömung aber anders: Das Blei verlangsamt die Drift und durch den Wasserdruck wird der Köder in Strömungsrichtung um das Vorfach gedreht und steht nun hinter der Schnur in der Strömung. Kommt jetzt eine Forelle mit der Strömung auf den Köder zu geschwommen und packt zu, beißt sie über das Vorfach auf den Haken, der aber in die falsche Richtung zeigt. Das gleiche passiert bei Angriffen von der Seite, der Angler zieht mit hoher Wahrscheinlichkeit den Köder einfach wieder aus dem Maul der Forelle heraus.


ImageMit dieser Idee im Hinterkopf angelte ich weiter, fischte den Köder aber gegen die Strömung. Der Wasserdruck sollte dabei dafür sorgen, dass der Haken in Richtung der Fische vom Vorfach absteht. Tatsächlich: Die nächste Rausche brachte wieder einen Biss und die Forelle hing sicher am Haken. Na also, geht doch! Zwei Würfe später passierte es wieder: Biss, eine Kurbelumdrehung und der nächste Fisch hing. Sollte es das also wirklich gewesen sein? Inzwischen habe ich einige Touren mit dem Drop-Shot-Rig an den Forellenbach gemacht und eine ganze Menge Fische gefangen.


Die Methode ist mein absoluter Favorit geworden, da sie fast nur Vorteile hat. Die Köderpräsentation ist optimal, weil sie die Forellen wirklich schwach macht. Der Einzelhaken hängt normalerweise sicher im vorderen Maulbereich oder im Maulwinkel, so dass größere Verletzungen ausbleiben. Bei der Verwendung von Drillingen sind gerade kleine Forellen oft nicht mehr zurücksetzbar, mit dem Drop-Shot-Rig gab es dieses Problem nicht mehr. Die Angelmethode selber ist denkbar einfach, wenn man den Dreh einmal raus hat. Dabei beißen nicht nur Forellen, auch Döbel und andere "friedliche Räuber" mögen diese Art der Köderpräsentation und packen beherzt zu.


Auch kleine "Friedfische" rauben im BachDie Montage wird dabei einfach etwas stromab über den Bach geworfen. Die Rute wird leicht angehoben und der Köder mit kleinen Zupfern aus dem Handgelenk zum Leben erweckt. Die Strömung sorgt nun dafür, dass die Montage bei jedem Zupfer ein kleines Stückchen in Richtung des Anglers versetzt wird. Dabei sucht der Köder die gesamte Breite des Bachbettes ab und kommt, wenn es keinen Biss gegeben hat, am eigenen Ufer zur Ruhe. Nun wird die Montage langsam gegen die Strömung eingeholt. Das ist wichtig, weil viele Fische dicht am Ufer oder unter überhängendem Bewuchs stehen, auch an unterspülten Uferstücken ist die Methode tödlich.


Noch ein paar Anmerkungen zum verwendeten Gerät: Eine kurze Spinnrute mit einer Länge um 2,10 Meter und einem Wurfgewicht bis 20 Gramm hat sich als gute Wahl herausgestellt. Auf die kleine Stationärrolle sollte eine abriebfeste Monofilschnur mit ungefähr 0,20 mm Durchmesser, eine geflochtene Schnur bringt auf die meist sehr kurzen Wurfdistanzen erfahrungsgemäß keine Vorteile. Außerdem puffert die Monifile die teilweise doch recht brachialen Attacken etwas ab.


Schöne Bachforelle am Drop Shot Rig gefangenDas Vorfach sollte vor allem in klarem Wasser aus Flourocarbon bestehen, wegen der häufigen Grundkontakte verwende ich etwas stärkeres Material mit 0,26mm Durchmesser.
Die verwendeten Öhrhaken werden der Ködergröße angepasst, normalerweise reicht ein 4er Haken. Als Gewicht verwende ich in flachem Wasser ein dickeres Bleischrot, in stärkerer Strömung oder tieferem Wasser sind die speziellen Drop-Shot-Gewichte in Stabform und einem Gewicht um 7 Gramm optimal.
Als besonders erfolgreichen Köder kann ich den kleinsten Fin-S Fish in 2,5“ (7cm) empfehlen, der immer und überall funktioniert hat. Immer einen Versuch wert ist auch der kleinste HellGie, der dicht am Grund angeboten, eine Koppe oder eine größere Libellenlarve imitieren soll.

Größere Köder bis zu 12 cm Länge habe ich getestet und festgestellt, dass selbst kleinere Forellen regelmäßig auf diese Köder beißen. Das große Problem ist dabei aber, dass die Fische so gut wie nie gehakt werden können, da Forellen den Köder nicht wie Barsche einsaugen sondern danach schnappen. In einem Gewässer mit ausgesprochenem Großforellenbestand sind diese Köder sicher einen Versuch wert, aber normalerweise würde ich abraten. Zum Glück sind sich auch bessere Forellen nicht zu schade, kleine Köder zu nehmen.