Biss und Anschlag - und dann trotzdem kein Fisch? Kaum ein anderes Thema ist von uns so intensiv diskutiert worden, wie die Bisserkennung und der richtige Zeitpunkt für den Anschlag. Normalerweise ist es beim Spinnfischen relativ einfach: Es gibt einen mehr oder weniger starken Ruck, wenn ein Fisch den Köder nimmt und der Angler schlägt an, je größer die Fische und je weiter entfernt der Biss erfolgte desto fester. Die Haken hängen meist frei am Köder, wie bei einem Wobbler oder Spinner oder schauen weit heraus, wie bei einem am Jigkopf montierten Gummifisch. Das heißt, dass der Fisch in den meisten Fällen auch hängen bleibt, wenn er beim Biss einen Haken erwischt hat und der Angler nicht zu spät reagiert. Das scheint beim Drop-Shot-Angeln nicht ganz so einfach zu sein, diese Erfahrung macht man dabei früher oder später selber. Was aber tun?
Der Biss macht sich, wie bei allen anderen Arten des Spinnfischens auch, meist durch einen Ruck in der Schnur bemerkbar. Hechte und Zander verursachen meist einen trockenen Schlag, der wenig Zweifel aufkommen lässt. Wirklich vorsichtige Bisse halte ich für eine Legende von Vertikalprofis, die ihre eigentlich simple Angelmethode ein wenig mystifizieren wollen. Bei der Barschangelei kommt es vor, dass einem deutlichen Biss mehrere kurze Attacken vorausgehen, die eine richtige Bisserkennung erschweren. Dies passiert vor allem, wenn viele kleinere Fische im Rudel unterwegs sind und sich mit steigender Begeisterung um den Köder balgen.
In jedem Fall gilt: Ruhe bewahren! Nicht sofort die Rute nach oben reißen, wie man es oft bei Gummifischanglern sieht. Im Gegensatz zur herkömmlichen Gummiangelei ist der Köder selber im Wasser praktisch schwerelos, wie ein echter Fisch. In der Regel erkennt der Fisch die Täuschung deutlich später und lässt nicht sofort los. Ein wildes herumreißen an der Rute führt tatsächlich öfter zu Fehlbissen, vor allem wenn der Köder an einem Offsethaken gefischt wird. Grundsätzlich muss man eine Unterscheidung machen, wie der Köder am Haken befestigt ist.
Wird der Köder mit einem Einzelhaken einfach in der Nase angeködert, ist die Sache ähnlich der Fischerei mit frei liegenden Haken. Wir haben es aber nicht so eilig und machen wir bei Fischverdacht sofort eine schnelle Kurbelumdrehung. Diese strafft den eigentlich immer mehr oder weniger stark vorhandenen Schnurbogen. Spürt der Angler das Gewicht des Fisches also einen Widerstand der gefühlsmäßig schwerer ist als das Blei, wird einfach zügig weiter Schnur eingekurbelt und die Rute mit einer gleichmäßigen Bewegung angehoben. Das Reicht! Die verwendeten Haken sind in der regel relativ klein und dünndrähtig und sollten selbstverständlich auch scharf sein. Diese feinen Haken benötigen keinen kräftigen Anhieb um zu fassen, außerdem birgt der Krafteinsatz die Gefahr, dem Fisch den Haken einfach wieder aus dem Maul zu ziehen. Hängt der Fisch nicht, den Köder unbedingt wieder absinken lassen, denn oft setzt ein Fisch nach.
Bei der Verwendung eines Offset-Hakens wird etwas anders reagiert. Bei einem Biss bewegt man die Rutenspitze leicht auf den Fisch zu und hält die Rute einfach ruhig. Dabei wird am besten die Schnur beobachtet. Meist dauert es eine (gefühlte) Sekunde, dann strafft sie sich plötzlich. Das ist der richtige Moment, um einfach zügig ein oder zwei Kurbelumdrehungen zu machen, bis der Fisch deutlich spürbar ist. Dann wird die Rute zügig angehoben und gedrillt. In jedem Fall gilt, wie beim Spinnfischen eigentlich generell, dass ein nadelscharfer Haken die Grundvoraussetzung für den Erfolg ist.
Wieso soll man nicht sofort einfach anschlagen? Die Antwort ist ganz einfach: Weil ein schneller Anschlag oft daneben geht. Es ist natürlich nur eine Vermutung, aber wir glauben, dass die Offsethaken vom Prinzip her wie die Kreishaken bei der Meeresangelei funktionieren. Bei einem schnellen Anschlag besteht die Gefahr, dass der Angler dem Fisch den Köder mit Offsethaken einfach wieder aus dem Maul zieht. Vor allem Zander haben im Maul harte Platten, die einem Haken wenig Angriffsfläche bieten. Zeigt das Fischmaul nach dem Biss noch in Richtung des Anglers, wird der Köder mit dem Haken einfach an diesen Platten vorbei aus dem Maul gezogen.
Wartet man nach dem Biss einen Augenblick, dreht der Fisch mit seiner vermeintlichen Beute ab. Bei einer Erhöhung der Schnurspannung rutscht der Haken in den Maulwinkel, wodurch sich der Gummiköder in den Hakenbogen verschiebt und die Hakenspitze greifen kann. Tatsächlich sitzen die Haken oft im Maulwinkel, ein eindeutiger Vorteil der Methode, da Aussteiger selten sind und Fische problemlos zurückgesetzt werden können.
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